Ein wichtiges Element des Theaters wird im Gehörlosentheater sehr wenig bis gar nicht genutzt. Man kann so gar zu der Ansicht gelangen, dass es im gebärdensprachlichen Theater gar nicht vorkommt. Das Element welches ich meine nennt sich Kritik.
Der gehörlose Zuschauer kritisiert, die von ihm besuchten Aufführungen nur selten. Wenn man ihn fragt wie er die Aufführung fand, so antwortet er meist: "Schön." Das diese Antwort den Theatremachern nicht sehr weiter hilft und auch nicht zu einem Dialog einlädt, ist klar. Die lautsprachliche Theaterkritik kümmert sich um das gebärdensprachliche Theater nur wenig. Sie nimmt erstaunt zur Kenntnis, dass es ein gebärdensprachliches Theaters überhaupt gibt. Eine wirkliche Kritik traut sie sich nicht zu, da ihr zum einen das Verständniss fehlt und sie sich zum anderen nicht traut die "armen" Gehörlosen zu kritiesieren. Auch sie kann dem gebärdensprachliche Theatermacher nicht weiterhelfen.
Aber wo zu benötigt man überhaupt eine Kritik. Die Theaterkritik wurde entwickelt, um die Schauspieler auf der Bühne weiter zu bringen. Sie soll die Schauspieler und Regisseure dazu bringen ihr Bestes zu geben. Aber nicht nur für sie entstand die Theaterkritik. Sie wurde auch erfunden, um die Zuschauer zu schulen. Sie hilft dem Zuschauer einen Blick und ein eigenes Urteil zu dem von ihm gesehenen Stück zu entwickeln. Insgesamt soll eine Kritik den Dialog zwischen Bühne und Publikum vorran bringen.Damit erreicht sie, dass sowohl die Stücke und ihre Umsetzung auf der Bühne, als auch die Zuschauer im Saal besser werden.
Wir haben an dieser Stelle mit der Kritik der Aufführung "Ein Sommernachtstraum" begonnen eine Theaterkritik für das gebärdensprachliche Theater zu entwickeln. Demnächst wird eine Kritik zum Stück "Bluthochzeit" folgen.